Frau Rauscher






FRAU RAUSCHER


Frau Rauscher enthält eine Anspielung auf den in Sachsenhausen zur Saison besonders populären jungen, noch gärenden Apfelwein, der im Glas besonders „rauscht“.

Sie lebte im 19. Jahrhundert in der Frankfurter Klappergass. An einem Sonntagnachmittag wurde sie mit einer Beule am Kopf auf der Straße liegend angetroffen und von Jungen verspottet. Ein übereifriger Polizist nahm diesen Vorfall zum Anlass, hieraus einen Kriminalfall zu konstruieren und zu ermitteln, ob die Beule durch ihren Ehemann oder durch den Verlust des Gleichgewichts infolge erhöhten Apfelweinkonsums zustande kam. Der lächerlich geringfügige Vorfall wurde am Folgetag sogar im Polizeibericht der Zeitung erwähnt, was für allgemeine Belustigung sorgte.

Diese kuriose Geschichte über den Beamteneifer wurde 1929 von dem Frankfurter Grafiker Kurt Eugen Strouhs in der ehemaligen Mainzer Weinstube in Gedichtform vorgetragen und später vom Redakteur und Schriftsteller Norbert Bruchhäuser (Bert Häuser) vertont. Heute ist es wohl das bekannteste Frankfurter Äbbelwoilied.

Der berühmte Refrain lautet:

Die Fraa Rauscher aus de Klappergass, die hot e Beul am Ei,
ob’s vom Rauscher, ob's vom Alde kimmt, des klärt die Polizei.